Einige Fragen werden dem Bujinkan Darmstadt immer wieder gestellt.
Daher stehen die Antworten gleich hier,
um den Zeitaufwand bei der elektronischen Kommunikation zu reduzieren.
Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag?
Die Frage wird auf dieser Fremdseite beantwortet:
Turnverein 1876 Eberstadt,
siehe dort unter „Downloads und Info”.
Gibt es in meiner Umgebung auch Übungsgruppen?
Ich habe unter der Rubrik
„Andere Bujinkanseiten” (Verweise=links)
alle mir bekannten Netzseiten deutscher Bujinkangruppen aufgelistet.
Es gibt Seiten, die auch Adreßlisten von Bujinkangruppen führen.
Diese Seiten habe ich durch den Hinweis „Hier finden sich auch einige
Dojoadressen aus Deutschland.” gekennzeichnet.
Kann ich Bujinkan Budo üben, obwohl ich noch nie Kampfkunst
oder ähnliches geübt habe?
Ja, für jeden gibt es ein erstes mal. Die Übungsgruppen sind immer
für Teilnehmer aller Fähigkeitsstufen, es sei denn, es steht ausdrücklich
„für Fortgeschrittene” oder ähnliches dabei.
Wie hoch ist die Verletzungsgefahr?
Höher als beim Schach, niedriger als bei Leichtathletik. Da es keine
Wettkämpfe gibt, gibt es praktisch keine ernsthaften Verletzungen (blaue Flecken zählen
nicht als Verletzung). Eine absolut hundertprozentige
Sicherheit gibt es, wie immer im Leben, allerdings nicht.
Gibt es Bücher zum Thema?
Empfehlenswert sind natürlich alle Bücher von Masaaki Hatsumi.
Bujinkan Budo kann man allerdings aus keinem Buch lernen.
Das Gefühl für die Bewegung läßt sich nur persönlich vermitteln.
Besonders erwähnen möchte ich noch zwei Buchtitel, die nicht von Masaaki Hatsumi geschrieben sind:
Ein Buch über die Geschichte der Ninja:
„Ninja -
The True Story of Japan's Secret Warrior Cult”
von Stephen Turnbull (englisch)
und ein Buch, in dem die grundlegenden Techniken aufgezeigt werden: „Ninjutsu” von Bo F. Munthe,
der 1975 als erster Ninjutsu in Europa eingeführt hat.
Was bedeutet „Shikin Haramitsu Daikomyo”?
Die Frage nach „Shikin Haramitsu Daikomyo”
wird auf dieser Internetseite beantwortet:
Shikin Haramitsu Daikomyo
Werden beim Bujinkan-Üben Masken getragen und Nunchaku benutzt?
Nein, es werden im Bujinkan Budo keine Masken und keine echten Waffen benutzt.
Sai, Tonfa und Nunchaku sind Karatewaffen, die durch viele „Ninjaspielfilme”
mit den Ninja assoziiert werden. Verursacht ist das durch die Unkenntnis der
Filmemacher, die an Unterhaltung und nicht an Authentizität interessiert sind.
Viele Klischees werden im Übrigen durch einen Artikel
von
Thomas Gramlich: „Irrtümer und kein Ende”
beleuchtet.
Wann ist man ein Bujinkan-Mitglied?
Bujinkanmitglieder verfügen über eine Mitgliedskarte, die jedes
Jahr für 2000 ¥ über die Mitglieder des Shidoshi-Kai vom Bujinkan Hombu Dojo erworben wird.
Bujinkan-Lehrer mit Prüfungsberechtigung verfügen
über eine Shidoshikai-Mitgliedskarte, die jedes
Jahr für 15000 ¥ verlängert wird.
Siehe dazu auch Shidoshi Eike Kujaw.
Die Bujinkan-Mitgliedskarten können nur über Shidoshikai-Mitglieder vom Bujinkan Hombu Dojo bezogen werden.
Warum gibt es im Bujinkan so viele und schnelle Graduierungen?
Es gibt im Bujinkan 10 Kyu- (Schüler-) und 15 Dangrade (Meistergrade).
Dies ist mehr als in den meisten anderen Budosportarten. Es gibt also mehr und
kleinere Schritte bei der Graduierung. Dadurch ist die Zeit zwischen den Graduierungen
auch etwas kürzer. Gemessen am Alter der Kampfkünste im Bujinkan ist
die Idee dieser Art
Graduierung auch ziemlich neu, da sie erst Ende des 19. Jahrhunderts zum erstenmal bei
anderen Budodisziplinen
in Erscheinung treten. Erst Ende des 20. Jahrhundert treten diese
Graduierungen im Bujinkan zusammen mit dessen
Verbreitung im Westen auf.
Zur Erlangung des ersten Dangrades sind bei regelmäßiger Übung
etwa drei Jahre Übung nötig
(bei einem guten Lehrer mit durchschnittlichem Schülertalent
und nicht nur zweimal Üben in der Woche).
Dann sollten Kihon Happo, Sanshin No Kata und Ukemi beherrscht werden.
Früher war es so, daß ein Besuch in Japan
praktisch automatisch zu einer
Höhergraduierung im Bujinkan geführt hat. Seit dem Jahr 2000 ist dies nicht mehr der Fall.
Sensei Hatsumi hat seine japanischen Shihan angewiesen, keine Graduierungen
bei Besuchern vorzunehmen.
Bujinkan-Graduierungen werden von Sensei nur noch
mit Empfehlung eines Shihan (das ist jemand mit mindestens Judan) aus der Gegend,
aus der der Betreffende stammt, durchgeführt.
Der Test zum Godan (5. Dan) wird nur in Anwesenheit von Sensei Hatsumi durch Personen mit 15. Dan durchgeführt,
d.h der Sakki-Test wird nur in Japan durchgeführt.
Wie kann ich alleine üben?
Die Frage nach Eigenübungen
wird auf dieser Internetseite beantwortet:
Bujinkan Darmstadt - Taihenjutsu
Können auch Frauen Ninjutsu lernen?
Ja, Frauen können sogar schneller lernen, da sie Fehler in der
Ausführung nicht so gut durch den Einsatz roher Kraft ausgleichen
können und daher schneller ihre Technik verbessern, während
Männer früher zufrieden mit der Wirksamkeit ihrer Technik sein können.
Trotzdem ist der Frauenanteil im Übungsstunde meistens unter 50% im allgemeinen bei etwa 20% im Bujinkan Darmstadt.
Dies liegt vermutlich zum größten Teil an der Erziehung, die Jungen
eher zum Kämpfen ermutigt als Mädchen.
Welche körperlichen Voraussetzungen sind fürs Üben nötig?
Natürlich ist ein sportgesunder Körper die beste Voraussetzung zum Üben im Bujinkan Darmstadt.
Aber auch mit Behinderungen oder im hohen Alter ist es möglich, mit dem Üben im Bujinkan Darmstadt zu beginnen.
Das höchste mir bekannte Einstiegsalter in einem im Bujinkan Dojo ist 77 Jahre.
Aber das muß ja noch nicht die Obergrenze für den Einstieg ins im Bujinkan Budo sein.
Man darf nur nicht die gleichen schnellen Ergebnisse, wie bei junden gesunden Teilnehmern erwarten.
Z.B. läßt sich die Beweglichkeit mit zunehmendem Alter schwerer wiedergewinnen,
wenn das Körpertraining vernachlässigt wurde.
Wer auf Medikamente angewiesen ist (z.B. Bluter oder Diabetiker), muß
eine der Krankheit angemessene Disziplin an den Tag legen und sollte andere Teilnehmer im Bujinkan Darmstadt
entsprechend für den Notfall informieren.
Geistig oder psychisch Kranke und Kriminelle dürfen nicht am Bujinkan-Budo teilnehmen.
Bei übertragbaren Infektionskrankheiten soll zum Schutz der
anderen Teilnehmer auf eine Teilnahme an den Übungsstunden verzichtet werden.
Ist Ninjutsu angriffs- oder verteidigungsorientiert?
Ninjutsu läßt sich auf beide Weisen anwenden.
Entscheidend, ob etwas ein Angriff oder eine Verteidigung ist,
ist die Absicht, die damit verbunden ist.
Ein Angriff möchte eine Änderung erzwingen,
Verteidigung will den augenblicklichen Zustand erhalten.
Nach Carl von Clausewitz ist die Verteidigung die stärkere Position,
da sie bei völliger Untätigkeit aller Seiten ihr Ziel erreicht hat und
Schwächere meist die Verteidigung anstelle des Angriffs wählen.
Ist das Üben realistisch?
Nein, grundsätzlich nicht, da man nach dem Üben unverletzt nach
Hause gehen möchte. Realistisch wäre 10 s Üben und 6 Monate
Verletzungspause. Das wäre, als ob man schon im Manöver die
Hälfte der Soldaten umbringt. Aus diesem Grund muß man rein
gedanklich nachvollziehen, ob eine bestimmte Handlungsweise wohl wirksam
wäre.
Gibt es Wettkämpfe?
Nein, denn dafür müßte es Regeln geben, die die möglichen
Techniken und die Umgebung eines Kampfes begrenzen. Dies gilt auch für
sogenannte regellose Wettkämpfe, bei denen der Ort, der Gegner, der Zeitpunkt
und die Bewaffnung vorher bekannt ist und Angriffe zu den Augen nicht erlaubt sind.
Letztere Einschränkung klingt geringfügig, ändert aber das Verhalten im Kampf ganz erheblich.
Die Einführung von Regeln widerspricht aber der Idee der Selbstverteidigung,
da unsichere (nicht schutzbedachte) Verhaltensweisen eingeübt werden.
Warum wird nicht mit Boxhandschuhen wettkampfähnlich geübt?
Boxhandschuhe und andere Schützer erlauben ein Verhalten, das ohne
diesen Schutz
nicht denkbar wäre. Man verlernt so, sich zu schützen. Das ist
in der Selbstverteidigung fatal. Außerdem haben bei einem gewöhnlichen
Sparring beide Teilnehmer das gleiche Ziel (z.B. Treffer landen). Interessant zum Üben
sind evtl. Übungskämpfe, bei denen die Beteiligten verschiedene Ziele haben,
beispielsweise ein Angreifer und ein Verteidiger.
Ist Ninjutsu besser oder schlechter als andere Kampfkunstschulen?
Es gibt keine schlechte Kampfkunstschule, es gibt nur schlechte Kämpfer.
Soll heißen, es muß jeder für sich entscheiden, welche
Kampfkunstschule für ihn gut ist.
Wer eine Kampfkunstschule wählt, die keinen Spaß macht, wird
außerdem schnell das Üben einstellen.
Kann ich auch Waffentechniken ohne die waffenlosen Techniken erlernen?
Nein, genau dann wenn man das eine beherrscht, kann man automatisch auch das andere.
Und umgekehrt, genau dann wenn man das eine nicht beherrscht,
kann man das andere auch nicht.
Was ist eine Kata?
„Kata” bedeutet „Grundform” oder „Prinzip”. Es handelt sich dabei um eine
Aufzeichnung für nachfolgende Generationen, wie man kämpfen lernt,
nicht wie man kämpft (sic!). Kata unterscheidet sich vom Kampf, wie
Manöver vom Krieg. Ein Auswendiglernen von Kata ist daher auch nicht sinnvoll,
zudem es etwa 2500 davon gibt und es daher auch gar nicht geht.
Eine Kata hat Ähnlichkeit
mit einem Theaterstück, wo jeder vorher den Ablauf kennt und seine
Rolle spielt. Wenn man dann mit diesem gelernten Prinzip Variationen
durchspielt, nennt man das „Henka”.
Es gibt in anderen Kampfsportarten
ein klanggleiches Wort, das mit einem anderen Kanjizeichen geschrieben wird.
Da bedeutet es dann „Form” und meint eine genaue „Gestalt”.
Diese Kata werden dann natürlich auch anders geübt.
Was ist ein Ninja?
Es gibt nicht die eine Definition von Ninja,
und zu dem Thema gibt es auch viele Meinungen.
Nach meinem Verständnis definiere ich den Begriff im Augenblick so:
Es handelt sich um Krieger in Japan, die aber nicht
offiziell als solche anerkannt werden, wie die Samurai.
Sich selbst nannte sich daher auch wohl niemand Ninja,
weil das für das eigene und das Leben der eigenen Angehörigen zu gefährlich gewesen wäre.
Heutzutage sagt man zu nicht offiziell anerkannten Kriegern „Kämpfer ohne Kombatantenstatus”.
Also je nach politischer Wertung: Partisan, Terrorist, Freischärler etc.
Krieger sind Menschen, die Kriegs- und Kampfkunst in allen Aspekten also auch geistig beherrschen.
Krieger sind dadurch weit mehr als nur Soldaten.
Unter Kriegskunst fällt auch Spionage, weswegen die auch
bei Meister Sun (Sun Tzu, Sun Zi) mitaufgeführt ist.
Im Zusammenhang mit „Ninja” stößt man auch auf den Begriff Yamabushi.
Yamabushi heißt wörtlich „Bergkrieger”. Yamabushi sind Asketen, die in den Bergen
leben und dort religiöse und kämpferische Praktiken (durch diese Kombination
sind auch die Shaolinmönche bekannt) ausüben. Sie fallen somit auch unter
den Begriff Ninja.
Was ist ein Gi?
Gi ist die Kurzform von Kimono. Das bedeutet auf japanisch „Anzug”. Also auf
deutsch meist nur Judo- oder Karateanzug.
Gemeint ist damit die Uniform, die beim Üben getragen wird.
Was sind Tabi?
Tabi sind japanische Socken. Als Besonderheit ist der große Zeh von
den anderen abgetrennt. Für das Üben gibt es auch
Tabi mit Leder- oder Kunstledersohle,
die nicht so schnell aufgerieben sind, wie einfache Stoffsohlen.
Im Bujinkan Darmstadt wird mit Stoffsohlen (oder Leder- oder Kunstledersohlen) auf der Matte geübt.
Mit Gummisohle versehene Tabi dienen in Japan als Bauarbeiterschuhe,
werden also nicht im Haus getragen (ausgenommen im Bau).
Bujinkan Budo wird in Japan niemals barfuß geübt.
Ich verstehe die Bibelstellen in der Netzseite nicht?
Aufgrund der Kürze der Stellen ist der Zusammenhang, aus dem die
Stellen stammen, nicht zu erkennen
und die Stelle unverständlich.
Wer sie tiefgründig verstehen möchte, der
muß mit Hilfe der angegebenen Textstelle den Kontextrahmen nachlesen.
Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen Bujinkan und den Textstellen
(genauso wenig wie zwischen Budo und Zen),
sondern nur über meine Person. Ein Schlüsselwort im Text steht dabei im
semantischen Zusammenhang mit dem Thema der jeweiligen Netzseite.
Ist Christsein mit Bujinkan vereinbar?
Die Frage nach „Christsein und Bujinkan”
wird auf der folgenden Internetseite beantwortet:
Christsein und Bujinkan